Viscerale Techniken

Sie wirken auf den Bereich der inneren Organe, aber auch reflektorisch auf den Bewegungsapparat und die Atmung. Diese Techniken sind wichtig bei chronischen Krankheiten und ständig wiederkehrenden Beschwerden im Bereich der Organe selbst und am Bewegungsapparat, z.B. chronische Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule. In dieses Gebiet fällt ebenfalls die Gynäkologie, besonders bei chronischen Problemen wie Menstruationsbeschwerden, Blasenschwäche, Gebärmuttersenkung, Inkontinenz und vielem mehr.

Die Behandlungstechniken nutzen die Bewegungen der Organe, d.h. ihre Bewegung und Verschieblichkeit im Zusammenhang mit der Atmung und Körperbewegung, außerdem die Bewegung der Organe gegeneinander, mit der sie sich gegenseitig unterstützen wie die Zahnräder einer Uhr. Ein weiterer Behandlungsansatz ist die Mobilisation der Organe über ihre Aufhängung an der Körperwand. Diese Aufhängungen enthalten die Blut- und Lymphgefäße der Organe, sowie deren nerven zur Verbindung mit dem zentralen Nervensystem. Ein Beispiel: Ein Mensch hat immer wiederkehrende Schmerzen zwischen den Schulterblättern und im Nacken, ab und zu hat er ein ?Kloßgefühl ? im Hals. Tabletten und Massagen haben für einen gewisse Zeit geholfen, sie verlieren aber zunehmend an Wirksamkeit. Die Krankengymnastik konnte die Beschwerden reduzieren. Außerdem geht der Betroffene nun viermal in der Woche schwimmen, was ihm sehr gut tut. Trotzdem verstärken sich die Beschwerden nach einigen Jahren zunehmend. In der Vorgeschichte des Patienten findet man eine Empfindlichkeit des Magens. In der Untersuchung durch Klopfen und tasten findet man eine Gastropose (der Magen ist abgesunken). Dies kann durch ein Tiefertreten des Zwerchfells kompensiert werden, was sich in einer Haltungsveränderung ausdrückt (der Patient beugt sich nach vorne). Wenn dies im Laufe der Jahre nicht mehr ausreicht, kann es zum Zug des Magens an der Speiseröhre und dem Herzbeutel kommen, der durch eine höhere Spannung der Muskeln im Bereich der Schultern kompensiert werden kann. Gleichzeitig kommt es zur Erhöhung der Spannung im Nacken. Die Tabletten, die der Patient genommen hat, ?schlugen ihm damals auch schon auf den Magen ?, was das eigentliche Problem noch verschlimmerte. Durch osteopathische Behandlungen des Magens und der umliegenden Organe kann oft in wenigen Behandlungen eine Verbesserung der Spannungsverhältnisse erzielt werden. Gleichzeitig sollte eine Beratung zur Anpassung der Nahrungsmittel und der Eßgewohnheiten erfolgen.